Leitbild

Geschichte

Das Hessing Förderzentrum für Kinder (HFZ) entstand durch eine Eltern-Initiative. Sie gründeten den "Verein zur Förderung spastisch gelähmter Kinder, Zweig Augsburg", um eine optimale Versorgung ihrer Kinder zu sichern. Dieser Verein eröffnete 1960 das Spastikerzentrum mit Tagesstätte, 1966 übernahm die Hessing Stiftung die Trägerschaft, 1985 wurde der Name in Behandlungs- und Beratungszentrum (BBZ) geändert und nach dem Umzug in den Neubau im Jahre 2004 erfolgte schließlich die Umbenennung in „Hessing Förderzentrum für Kinder" (HFZ).

Das Leitbild des HFZ wird sehr stark von den Wurzeln seiner Entstehungsgeschichte bestimmt. Deshalb orientiert sich die Arbeit im Wesentlichen an den Bedürfnissen der Familien und wird immer wieder entsprechend den gesellschaftlichen Veränderungen und den wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Dazu gehört auch die Öffnung des Kinderhauses für Kinder ohne Behinderung.

Unser Dachverband

Das HFZ ist seit 1982 dem "Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern" als Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege angeschlossen. Seinen Grundsätzen - Pluralität / Toleranz / Offenheit fühlen sich auch die Mitarbeiter des Hauses  verpflichtet.

Leitlinien der Hessing Stiftung

„Zufriedene, kompetente und eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter sind der Schlüssel für den Erfolg des Unternehmens. Das Verantwortungsbewusstsein aller Mitarbeiter für den persönlichen Tätigkeitsbereich und für das Unternehmen als Ganzes wird aktiv gefördert. Unsere Führungskultur ist geprägt von einem kooperativen Führungsstil im Rahmen der gegenseitigen Achtung und der fachlichen Diskussion. Die Unternehmenskultur ist in der täglichen Arbeitswelt geprägt von Respekt, Achtung und freundlichem Umgang unter Kollegen und Vorgesetzten und nachgeordneten Mitarbeitern“.
Dieser Auszug aus den Leitlinien der Hessing Stiftung ist eine wichtige Grundlage für unsere Arbeit und bestimmt den Umgang miteinander.


Grundsätze unserer Arbeit im Förderzentrum

Familienorientierung

Schwerpunkt unserer Aufgaben ist die Bildung, Erziehung, Förderung und Therapie von Kindern mit und ohne (drohende) Behinderungen, vom Säugling bis zum Schulkind. Die Familien mit ihren Kindern sind unsere wichtigsten Partner.

Selbstverwirklichung in sozialer Integration

Jeder Mensch und insbesondere jedes Kind hat einen Anspruch auf eine möglichst gute Entfaltung seiner Anlagen und Talente in Zugehörigkeit und Teilhabe an der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Wir unterstützen die Entwicklungsfähigkeit des Einzelnen; nehmen ihn als individuelle Persönlichkeit wahr, respektieren seine Eigen-Kompetenz und stärken das Bestreben nach bestmöglicher Autonomie. Behinderung verstehen wir als eine der Varianten menschlicher Lebensformen und nicht als Klassifizierung unter Persönlichkeits- oder Leistungsgesichtspunkten. Jedes Kind wird mit seinen Bedürfnissen von Anfang an einbezogen, die Individualität und Vielfalt der Kinder wird anerkannt.
Im Prozess der Inklusion im Kinderhaus bietet sich die Möglichkeit, dass Menschen sich von klein auf in ihrer Verschiedenheit erfahren. Sie spielen miteinander, sie lernen voneinander, sie lernen sich anzunehmen und profitieren somit für ihre individuelle Entwicklung. Kinder mit einer Behinderung, erhalten über die Beteiligung am gemeinsamen Tun eine vielfältige, förderliche Aktivierung und Anregung. Kinder ohne Behinderung haben durch das gemeinsame Leben in einer kleineren Gruppe die Chance, wesentliche Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit einer Behinderung und im sozialen Lernen zu machen sowie in ihren eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen besser wahrgenommen zu werden.

Ganzheitlichkeit

In unserer Arbeit gehen wir von den Fähigkeiten des Kindes und seiner Familie aus; wir handeln problembewusst wie auch situations- und lösungsorientiert. Unsere angestrebte ganzheitliche Sichtweise drückt sich in den pädagogischen und therapeutischen Konzepten aus, die in den verschiedenen Abteilungen zur Anwendung kommen. Gemeinsames Ziel ist die Teilhabe aller Kinder am gemeinsamen Leben, Spielen und Lernen, Beratung und Unterstützung für die Eltern, sowie das Schaffen von Kontakt- und Austauschmöglichkeiten zwischen den Eltern.

Interdisziplinarität - Zusammenarbeit auf allen Ebenen

Im Rahmen ihrer Aufgaben und Funktionsbereiche arbeiten die Mitarbeiter eigenverantwortlich. Dies setzt ein hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft, die Fähigkeit zur Reflexion der eigenen Tätigkeit und das Erkennen der eigenen Grenzen voraus. Dialog und Austausch in und mit allen Abteilungen des HFZ – Abteilung Kinderärzte, Ergotherapie Logopädie, Pädagogik/Psychologie, Physiotherapie, Fahrdienst, Hausdienst, integratives Kinderhaus, Leitung, Verwaltung – sind Qualitätsmerkmale unserer Arbeit. Unterstützung erhalten wir zudem durch alle Abteilungen und Bereiche der Hessing Stiftung.

Teamarbeit

Die fachspezifische wie interdisziplinäre Teamarbeit ist ein grundlegendes Element unserer Arbeit im Förderzentrum. Wir pflegen einen offenen und transparenten gegenseitigen Informationsaustausch. Die Vorschläge und Anregungen eines jeden Mitarbeiters und jeden Teams werden diskutiert und tragen zur Qualifizierung unserer Arbeit bei. Der einzelne Mitarbeiter wird in seiner beruflichen Entwicklung durch interne und externe Fort- und Weiterbildungen unterstützt. Jeder bringt seine Erfahrungen und sein Wissen zur konzeptionellen Weiterentwicklung unseres Hauses, sowie zur Entwicklung und Erprobung neuer Methoden ein.

Ökologie und Ökonomie

Wir befürworten eine umweltbewusste und ökonomische  Arbeitsweise. Das beinhaltet den sorgsamen Umgang mit den zeitlichen und materiellen Ressourcen sowie die Überprüfung der Zweckmäßigkeit und Dauer von Therapie- und Förderprogrammen. Wir verpflichten uns nach einem effektiven Qualitätsmanagementsystem zu arbeiten.

Öffentlichkeitsarbeit

Wir verstehen uns als Einrichtung, die die Interessen von Kindern mit und ohne Behinderungen fachlich und kompetent in der Öffentlichkeit vertritt. Dazu gehört u. a. der intensive Dialog und Austausch in allen gesellschaftlichen Bereichen, die Begründung und Vertretung der fachlichen Notwendigkeiten gegenüber Politik und Kostenträgern, die Information der Öffentlichkeit über die Medien, die Beteiligung an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, die Darstellung unserer Arbeit im Stadtteil. Die Vertretung der Interessen der von uns betreuten Kinder ist uns ein großes Anliegen.

Vernetzung

Das HFZ ist integriert in das Netz pädagogischer, medizinischer und psychosozialer Einrichtungen und Organisationen in Schwaben und arbeitet mit ihnen direkt bzw. in Arbeitskreisen und Gremien kooperativ zusammen.

Implementierung

Das Leitbild des Förderzentrums für Kinder der Hessing Stiftung wurde in allen Teams der Einrichtung sowie mit dem Träger und einvernehmlich verabschiedet. Alle drei Jahre oder bei wesentlichen Änderungen wird das Leitbild Überprüft bzw. überarbeitet.